| Reisebericht / EM Mazedonien 2008 |
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| Teil 1 |
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4. Dezember 2008 |
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Am Montag Abend um 23.47 Uhr starteten Didi und ich vom Bremer Hauptbahnhof Richtung Frankfurter Flughafen. Der Zug war leer, aber in den Großraumabteils war das Schlafen trotz mehrfacher Versuche kaum möglich.
Gegen 07.00 Uhr kamen wir als Erste von unserer Reisegruppe an. Nachdem wir uns orientiert hatten, wo wir unser Gepäck abgeben können, machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Bahngleise, um Moni und Jürgen abzuholen. Auf dem Rückweg trafen wir dann auch die anderen, so dass unsere Fangruppe komplett war. Um 10.30 Uhr stieg der Flieger dann in Richtung Ljubljana in die Lüfte, um 15.00 Uhr landeten wir dann endlich in Skopje bei 17 Grad ( !!! ) und wurden von Karl und einem einheimischen Busfahrer mit einem Kleinbus abgeholt.
Der kurze Weg bis zum Hotel dauerte allerdings ausgesprochen lange, weil hier eigentlich immer und überall Stau ist. Das Square Hotel liegt mitten im Centrum am Square Macedonia in der 6. Etage eines von außen eher schäbigen Bürohauses. Bis zum 5. Stock bringt uns der Fahrstuhl, die letzte Treppe muss trotz schwerer Koffer zu Fuß genommen werden.
Die Hoteletage ist in Ordnung, die Zimmer zweckmäßig eingerichtet (wir haben im Gegensatz zu den Mädels sogar Schränke) und sauber. Und mit dem Wichtigsten ausgestattet: WLAN.
Das Highlight ist sicher der Wintergarten mit Blick direkt auf den Marktplatz. Einziger Wermutstropfen: die Fensterscheiben fehlen noch. Aber es ist ja warm hier. |
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Unser Hotel ( Quelle: www.hotelsquare.com ) |
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Es blieb nur wenig Zeit zum Auspacken, Karl drängte zu einem ersten gemeinsamen Kaffeetrinken zwecks Lagebesprechung.
Kurze Zeit später brachte uns der Bus zur “Boris Trajkovski”-Halle. Diese ist erst im Mai eröffnet worden und fasst laut offizieller Angaben 10.000 Zuschauer.
Wie bereits in Russland haben die hier auch nicht mit Polizei, Sicherheitskräften und Ordnern gespart. Aber wohl auch, weil schließlich das Spiel gegen die Mazedonierinnen stattfinden sollte. Wie gewohnt wurde abgetastet und in den Rucksäcken gewühlt. In der Halle gibt es leider nichts Essbares, die Getränke liegen unter 1€ für eine 0,33l Coca-Cola.
Nach dem ersten Spiel fand dann eine kleine Eröffnungsfeier statt, von der die Mannschaften mal wieder nichts hatten, weil sie entweder im Hotel oder in der Nebenhalle zum Aufwärmen waren.
Zum “Eröffnungsspiel” waren dann aus unserer Sicht ca 6.000 Zuschauer da. Was wir ausgesprochen negativ fanden, dass die alle unsere Mannschaft ausgepfiffen haben, statt sich auf das Anfeuern ihrer Mannschaft zu konzentrieren. Wenn es dann mal wirklich leise in der Halle war und man uns hören konnte, wurde prompt laute Musik eingespielt. Egal… die Mädels haben das einzig Richtige gemacht: sie haben gewonnen. Bei den nächsten Spielen werden sicher nicht mehr so viele Einheimische kommen.
Nach dem Spiel sind wir dann zu Fuß ins Hotel zurück gegangen (knapp 30 Minuten). Unterwegs wurden noch belegte Baguettes gekauft, die dann im Wintergarten gemeinsam verspeist wurden. Kurz vor Mitternacht war der 1. Tag dann auch vorbei.
Am Mittwoch Morgen gab es Frühstück im Restaurant nebenan. Vier verschiedene Tellergerichte - wird in 14 Tagen etwas eintönig werden - aber bei den Preisen hier kann man sich auch was anderes dazu bestellen. Brötchen und Vollkornbrot gibt es aber nicht.
Den Tag verbrachten wir mit der Erkundung der Umgebung, dem Besuch der vielen verschiedenen Einkaufszentren und der ersten Sehenswürdigkeiten. Abends haben wir uns dann natürlich auch die beiden Spiele der anderen Gruppe angesehen. Diesmal wurden beide Wege zu Fuß zurückgelegt, Gott sei Dank spielte der Wettergott mit, denn den ganzen Tag hat es geregnet, aber wenn wir unterwegs waren, war es trocken. Der Abend wurde mit der Weinprobe des hier erworbenen Weines beendet.
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| 6. Dezember 2008 |
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Der Donnerstag begann wie vereinbart mit dem gemeinsamen Frühstück um 9.30 Uhr. Als wir dann um 11.15 Uhr zu einer Erkundungstour aufbrechen wollten, hat es geregnet ohne Ende. So blieb nur der kurze Weg in das City Shopping Center. Es ist das größte Einkaufszentrum der Stadt, erbaut in den 70er Jahren. Über 4 Etagen verstreut gibt es alles, was Mensch so braucht. Und hier kaufen die Einheimischen, jedenfalls war es proppenvoll. Anders als in der Ramstore Mall, dem Einkaufszentrum, das erst im Sommer 2005 eröffnet wurde. Hier sind überwiegend Designerläden angesiedelt, in der oberen Etage aber auch diverse Fast Food Restaurants, Cafes und Eisdielen.
Gegen Nachmittag verzog sich der Regen und wir konnten wieder zu Fuß zur Halle gehen. Als wir dort angekommen waren, wurden wir wieder durchsucht. Diesmal wurden uns sogar unsere Fahnen mit Stock, Klatschen und Rasseln weggenommen, auch die Kameras sollten wir in die Mülltonne werfen. Da gab es natürlich heiße Diskussionen mit den Sicherheitskräften, die dann aber damit endeten, dass die behaupteten: nix verstehen. Fakt war, dass wir unsere Sachen abgeben mussten, die mazedonischen Zuschauer in der Halle aber mit Fahnen an Stöcken versorgt wurden. Angeblich könnten wir damit ja jemanden verletzen. Ziemlich aufgebracht kamen wir dann in die Halle und haben unseren Frust bei dem inzwischen auch anwesenden ehemaligen Delegationsleiter abgelassen, bewirkt hat es aber nichts. So waren wir sieben auf unsere Stimmen und Hände angewiesen. Gott sei Dank ging das Spiel ja zu unseren Gunsten aus, anschließend waren wir alle fix und fertig.
Beim nachfolgenden Spiel Mazedonien - Kroatien war die Halle ausverkauft und wir hatten den Eindruck, bei Angriffen des Gegners wurden Pfiffe über die Lautsprecheranlage eingespielt, denn wir sahen kaum Zuschauer, die gepfiffen haben. Auch dieser Abend wurde mit einem Spaziergang bei noch immer 15 Grad und einem kleinen Umtrunk im Wintergarten beendet.
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| Boris Trajkovski Sports Arena ( Quelle: Wikipedia ) |
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Der Freitag begann mit blauem Himmel, so dass wir nach dem Frühstück über die Osmanische Steinbrücke (Stone Bridge), die über den Fluss Vardar führt, in die Altstadt wanderten. Zunächst haben wir die Festung Kale erobert, von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick über den Großteil der Stadt. Diese ist zwar wegen der vielen verfallenen Betonbauten nicht grade ansehnlich, aber wir konnten auch diverse Neubauten entdecken. So hatte man Blick bis zur Halle, davor lag noch das City Stadium, welches sich grade im Umbau befindet. Eine Tribüne ist schon erneuert, der Rest des Stadions dauert wohl noch einige Zeit.
Außerdem konnte man schneebedeckte Bergspitzen in der Sonne blitzen sehen. Und das alles bei wiederum 18 Grad (und das am 05.12.!!!). Von der Festung Kale wanderten wir durch kleine Gassen in das Marktviertel, vergleichbar mit den Basaren in der Türkei.
Wer Lust hat, mehr über Skopje zu erfahren, sollte bei Google suchen, da stößt man u.a. auch auf einen Reiseführer, der alles zusammenfasst.
Am Nachmittag hatten die Mädels dann auch 1 ½ Stunden zum Shoppen, die meisten nutzten die Zeit aber, um Pizza essen zu gehen. Wir haben unsere Tochter begleitet und als sie um 18.15 Uhr in den Bus stieg, war bereits Anpfiff zum Spiel Rumänien - Frankreich. Also nahmen wir ausnahmsweise auch mal ein Taxi. Die Fahrt dauerte wegen des starken Verkehrs und der manchmal ziemlich langen Rotphasen der Ampeln eine knappe Viertelstunde und kostete uns umgerechnet € 1,60. Den Rückweg am späten Abend legten wir mit der kompletten Gruppe wieder zu Fuß zurück. |
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| 8. Dezember 2008 |
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Samstag Morgen stand zunächst ein Spaziergang zum Einkaufszentrum an, die Trinkvorräte erneuern. Wegen des schönen Wetters - inzwischen ist es kalt aber trocken - machten wir uns anschließend auf den Weg zum Hotel Continental - dem Mannschaftshotel. Der Weg führt ca. 15 Minuten direkt an der Vardar entlang, mal eine Strecke ohne die lästigen Abgase, sehr angenehm. Das Hotel ist nicht grade der Hammer, die Mädels haben nicht mal einen Schrank im Zimmer. So leben sie aus je zwei Sporttaschen, überall steht was rum, die Putzfrau hat es leicht, weil außer dem Bett glattziehen ist bei dem Chaos nichts drin. Aber wie immer haben alle ihre Zimmer auf Weihnachten geschmückt. Leider haben wir die meisten nur kurz oder gar nicht gesehen, weil zunächst Video und dann Mittagessen anstand. Aber für eine Umarmung hat es dann doch noch gereicht.
Zurück im Hotel machten wir es uns in unserem Wintergarten, der übrigens inzwischen Fenster mit Glasscheiben hat, gemütlich und verspeisten dort den am Morgen gekauften Kuchen. Lecker. Dann gaben wir Sandra unsere Krachmacher, sie wird als “Akkreditierte” nicht kontrolliert. Zu Fuß ging es in Richtung Deutsche Botschaft. In der Halle hatten wir bei den ersten Spielen nämlich Unterstützung von der ständigen Vertreterin des Botschafters hier und die hatte uns den Tipp gegeben, dass hier ein Weihnachtsmarkt veranstaltet wird. Und da der Stadtteil in der Nähe der Halle liegt, sind wir da mal hin.
Die ganze Gegend dort (Ortsteil Kozle) ist ganz anders als der Rest der Stadt, jede Menge Ein- und Mehrfamilienhäuser nach deutschem bzw. westlichem Baustil. Teilweise auch sehr neu und farbenfroh.
Der Weihnachtsmarkt begann um 16 Uhr und der Innenhof der Botschaft war sehr schnell proppenvoll. Es gab leckeren deutschen Glühwein, Nürnberger Lebkuchen, Gulaschsuppe, Bratwurst und Waffeln. Und einige Stände mit Selbstgemachtem.
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Knapp eine Stunde und zwei Glühweinbecher später machten wir uns auf den Weg in die Halle. Da sind wir dann fast vom Glauben abgefallen, als uns die Ordner den auf dem Markt erworbenen Weihnachtsmann für unsere Tochter abnehmen wollten. Ebenso durfte ich meine Rolle Klebeband, mit der wir die Fahnen befestigen, nicht mit reinnehmen. Didi hat es dann an einem Nebeneingang probiert, da hat er es ohne Probleme geschafft. In der Halle gab es dann ein großes Hallo, denn die vier Neuankömmlinge waren rechtzeitig eingetroffen, Unter ihnen Ursel und Wolfgang Beck.
Nach unserem Spiel gab es dann wieder etwas Ärger, weil der Veranstalter offenbar diverse Karten doppelt verkauft hatte, denn plötzlich wollten Mazedonier auf unseren Plätzen sitzen. Die Ordner hatten alle Hände voll zu tun, alle unterzubringen, denn die Halle war ausverkauft. |
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| 9. Dezember 2008 |
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Der Sonntag begann wie gewohnt um 09:30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück im Cafe nebenan. Nur diesmal umfasste die Gruppe alle 12 (!!!) Mitreisenden. Zur Feier des 2. Advent wollte Volkmar einen Prosecco ausgeben, den hatten die aber leider nicht da, also musste Ouzo als Ersatz herhalten.
Anschließend unternahmen wir mit den “Neuen” die kurze Tour über die Stone Bridge zur Burg Kale (Foto).
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Während des letzten Erdbebens wurde auf dem Berg weitgehend alles zerstört. Deshalb wird z.Zt. viel gebaut, um die Festung wieder aufzubauen. Und man hat von da eben auch einen tollen Überblick über die Stadt.
Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir auch wieder auf den Basar, von Sonntag war hier nichts zu merken, es fand sogar noch ein Viehmarkt statt.
Da es inzwischen auch hier ziemlich kalt ist, waren wir ganz schön durchgefroren, deshalb kehrten wir in einem Cafe ein. Angeblich Nichtraucher, überall waren auch die Schilder zu sehen, nur hat sie leider keiner beachtet. Das ist uns eigentlich in allen Lokalen, die wir bisher besucht haben, aufgefallen. Das ist man gar nicht mehr gewohnt. Den Ärger darüber mussten wir mit einem Schnaps runterspülen. Auf dem Weg zurück stießen wir dann noch auf eine Sehenswürdigkeit der Stadt, den Daut-Pascha-Hamam, einst größte türkische Badeanlage auf dem Balkan, heute eine Galerie.
Da es hier wegen der späten Anwurfzeiten nach den Spielen nicht mehr möglich ist, Essen zu gehen, hatten wir uns für 16 Uhr zum Abmarsch in die Halle verabredet. Auf dem Weg dorthin hatten wir eine Pizzeria gesehen, die wollten wir testen. Wir waren die einzigen Gäste und wurden zügig bedient, zudem waren die Pizzen auch noch super lecker. So machten wir uns gut gestärkt auf den Weg zur Halle, um zu sehen, welche Mannschaften aus der Gruppe A in die Hauptrunde einziehen würden. Ihr werdet es schon erraten haben, der Abend endete natürlich wieder im Wintergarten. |
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