Reisebericht Island  4. bis 9. Juni 2007  /  Tag 1 - 3

Tag 1 - Montag, 4. Juni 2007

Nach dem Spiel in Paderborn sind Gundel, Herbert und ich im Auto von Jürgen und Moni mit nach Frankfurt genommen worden. Trotz Tücken des Navis erreichten wir kurz vor Mitternacht unser Hotel. Nach einer kurzen Nacht ging’s morgens weiter zum Flughafen, wo wir die Mannschaft sowie die restlichen Ellis, Ursel, Wolfgang und Michel trafen.
Nachdem Gundel sich in der Flughafenhalle noch mal schnell umgezogen hatte (INSIDERTIPP!!!), hob der Flieger nach Keflavik um 14:30 Uhr ab, Ankunft in Island war 15:35 Uhr. Doch ganz so kurz war der Flug dann doch nicht, denn Island ist zeittechnisch 2 Stunden zurück.

Wir verließen das Flughafengebäude ohne Armin’s Koffer (der kam erst 2 Tage später an) und wurden von lausigen 10 Grad und stürmischem Wind (Stärke 7) empfangen. Und das nennt sich hier Sommer! Aber wenigstens hat’s nicht geregnet. Der Transport zu unserem Hotel Smari im Vorort Kopavogur war bestens organisiert und führte uns durch eine triste Lavalandschaft, die nur durch bunte Dächer auf den zahlreichen neu gebauten Häusern aufgelockert wurde. Bis zum Abendessen war noch etwas Zeit, so ordnete Armin für die Mannschaft 15 Minuten nach Ankunft ein lockeres Joggen an; wir Ellis durften in Ruhe auspacken.

Nach dem Abendessen versammelten die Ellis sich auf einen Absacker (Cola und Bier) in der Lobby. Während Jürgen, Moni und ich den Friseursalon im Zimmer 310 aufsuchten (da wohnte Anja), ließen Gundel „asiatische Nebelschwaden“ (INSIDERTIPP!!!) vom Sofa aufspringen. Der Reisetag war anstrengend, so suchten gegen 23 Uhr auch die letzten ihr Zimmer auf, obwohl es draußen noch immer taghell war.

   
  Unser Hotel ( Quelle: www.hotelsmari.is )  

Tag 2 - Dienstag, 5. Juni 2007

Um 9:30 Uhr saßen alle 33 Islandfahrer im Bus Richtung Hafnarfjördur zum Islandpferdehof. Bei strömendem Regen und 8 Grad (für die Isländer ist das ja scheinbar normal) wollten die Mädels incl. Trainer-/Betreuerstab einen Ausritt wagen.

Ein kleiner Einschub von mir (Gundel), da ich beim Reiten die einzige Vertreterin der Ellis war:
Auf dem Reiterhof wurden wir erst mal zünftig eingekleidet mit Gummihosen, -jacken und –stiefeln. Das war auch bitternötig, denn wie bereits erwähnt, war es kalt, regnete in Strömen und stürmisch war es auch noch.

Fotos: tok

Wir wurden zu einer Koppel (Matschwüste) geführt, wo die Pferde schon gesattelt bereit standen. Jeder bekam sein Pferd zugeteilt und nach dem Festzerren der Sattelgurte musste jeder allein sein Pferd besteigen, erste Klippe für mich auf Grund meines Alters (ha, ha). Nach gefühlten 30 Minuten saßen endlich alle auf den niedlichen Pferdchen und los ging’s, fast mit einer Katastrophe, weil Herbert mit aufgespanntem Schirm fotografieren wollte, die Pferde sich erschraken und ausbüchsen wollten.

Anne U’s Pferd setzte sich sofort nach Schumi-Art an die Spitze hinter das Leitpferd und verließ diese Position auch nicht wieder. Gemütlich ging es auf Reiterwegen durch das Lavageröll, manchmal durch Kiefernwäldchen, es roch immer mal wieder nach Klosterfrau-Melissengeist. Wir hatten die meiste Zeit mit uns ins Gesicht peitschendem Regen zu kämpfen, dann stand plötzlich Löwenzahn am Wegesrand und einige Pferde, meins auch, schossen ohne Vorwarnung mit ihrem Kopf nach unten, um zu fressen, so dass wir fast vom Pferd fielen, Lumpi hat es erwischt, da ihr Gaul auch noch in die Knie ging, musste sie absteigen. Claras Pferdchen hielt sich nicht an die Wegeordnung und stand immer mal im Feld.
Alle warteten gespannt, ob wir auch mal traben durften, um die besondere Gangart – Tölt – kennen zu lernen. Endlich kam mal eine grade Strecke und es ging ab wie die Feuerwehr – bei einigen jedenfalls. Die Pferde von Grit und mir waren aber nicht aus der Ruhe zu bringen, erst als die Chefin ein bestimmtes Kommando gab, ging es auch bei uns los.

Nach etwa einer Stunde kamen wir wieder beim Reiterhof an, einige hatten Mühe, vom Pferd zu steigen, weil sie fast steif gefrorene Hände (Anja) hatten. Herrlich, dass die wartenden Ellis wenigstens schon mal alle Heizkörper aufgedreht hatten, da konnten wir uns aufwärmen.

   
  Foto: tok  

Nach der Aushändigung der Diplome an die tapferen Reiter gab es ein leckeres Mittagessen (natürlich Fisch). So gestärkt fuhr uns der Bus Richtung Grindavik zur Blauen Lagune. Das inzwischen höchst modern gestaltete Freibad verwendet die heißen Abwässer des Geothermalkraftwerks. Unfassbar, mitten in einer kargen Lavawüste ein Badesee mit türkisfarbenem, mineralhaltigem Heilwasser, knapp 40° Grad warm. Da hat keiner lange gezögert, der Nachteil war nur, dass der See nicht besonders tief war, so dass man entweder in der Hocke durch das Wasser watete oder sich den Oberkörper, der aus dem Wasser herausragte, abfror. Fast alle schmierten sich das Gesicht mit dem bereitgestellten Kieselschlamm ein, so dass lauter weiße Masken durch das Becken geisterten.

Zwei Stunden Aufenthalt sorgten für eine ruhige Weiterfahrt entland der Küste nach Reykjanes. An der Steilküste wurden viele Fotos mit der enormen Brandung im Hintergrund gemacht.

     
  Blaue Lagune ( Foto: tok )   Steilküste Reykjanes ( Foto: tok )  

Weiter ging’s zu den Solfataren von Gunnuhver, wo die Erde brodelt und zischt. Über den flachen Hügeln dampft es aus allen Löchern. Auf Wegspuren kann das geothermale Gebiet erkundet werden. Zwischen dampfenden Löchern in schwefliger Luft können die farbigen Ablagerungen, Schwefelkristalle und heiße Quellen mit der nötigen Vorsicht und Rücksicht auf die Naturschönheiten aus greifbarer Nähe besichtigt werden. Es ist faszinierend, mitten in dieser explosiven Gegend zu stehen.

   
  Solfataren ( Foto: tok )  

Das sollte ein Vorgeschmack auf den Geysir sein, den wir am an einem der folgenden Tage besuchen würden. Der letzte Halt auf unserer Rundreise ist eine touristische Kuriosität: die Brücke zwischen den Kontinenten ... Diese Fußgängerbrücke überspannt eine Lavaspalte zwischen zwei Kontinentplatten. Eine Schautafel erläutert ausführlich den Effekt der Plattenverschiebung anhand Islands, welches an der Grenze zwischen der eurasischen und nordamerikanischen Platte liegt. Jährlich driften die Platten 8mm auseinander. Über die Brücke konnten wir also bequem von Europa nach Nordamerika wandern.

   
  Die Brücke zwischen den Kontinenten  ( Foto: tok )  

Zum Abendessen im SalatBarinn fuhren wir mit gepackten Taschen, weil noch am Abend der Flug auf die Insel Vestmannaeyjar geplant war, wo am nächsten Tag eines der beiden Länderspiele stattfinden sollte. Wegen des starken Windes musste der Flug dann aber ausfallen und wir Ellis verbrachten den Abend mit LightBeer (2,2%) in der Lobby des Hotels. Bei Geschichten von Emma und Witzen von Schröder (die hat übrigens ein eigenes Witzebuch herausgegeben) verging die Zeit wie im Flug.

   
  Salatbarinn - Mannschaft, Offizielle und Handball-Ellis ( Foto: tok )  


Tag 3 - Mittwoch, 6. Juni 2007

Für den Abend war das 1. Spiel gegen die Isländerinnen angesetzt, was uns aber nicht davon abhielt, gleich nach dem Frühstück den Spuren des Golden Circle zu folgen.

Auf diesem Ausflug sollten wir die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands sehen: den alten Parlamentsplatz Thingvellier, das Thermalgebiet um den Großen Geysir und den Wasserfall Gullfoss.

Quelle: www.skandinavien.de

Den ersten Stopp machten wir in Pingvellir, Islands erstem Nationalpark.

Ein Wahnsinnsanblick: Hier drifteten die Kontinente auseinander: auf der westlichen Seite Amerika, auf der östlichen Seite die eurasische Kontinentalplatte. Hier kam es zu dem Versuch, die Mädels zu überreden, sich in eines der kalten Gewässer zu begeben. Das Angebot, bis zum Po ins Wasser zu gehen, wurde nicht angenommen, weil ein einzelner Herr (INSIDERTIPP!!!) bis zum Hals forderte. Somit entfiel die Aktion nach langem Hin und Her (schließlich hatten wir auch nur 10°!).

Pingvellir / Quelle: www.anakrusis.de Foto: tok

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die tolle Landschaft fuhr uns der Bus zum Geysir, einer heißen Quelle, die ihr Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne ausstößt.
Mit Fotokameras bewaffnet standen fast alle Mädels um das Loch herum und feuerten das brodelnde Wasser an, endlich auszubrechen. Unter riesigem Jubel konnten wir dieses Ereignis mehrfach verfolgen.

Geysir vor dem Ausbruch / Quelle: wikipedia Ausbruch des Geysirs / Foto: tok

Zum Mittagessen blieben wir dort im Restaurant und bedienten uns reichlich von dem köstlichen Buffet mit unterschiedlichen Fisch- und Fleischgerichten, vielen frischen Salaten, einer heißen Suppe und ofenfrischem Brot. Wenn man Glück hat, erwischt man einen Tisch mit dem fantastischen Blick über das Thermalfeld mit dem Geysir.

Das Geysircenter-Restaurant / Quelle: www.geysircenter.com

Frisch gestärkt ging es weiter zum Gullfoss, dem wahnsinnigen Wasserfall, der über 30 m tief in die Schluchten stürzt. Mit Worten ist dieses Naturschauspiel nicht zu beschreiben.

   
  Gullfoss / Quelle: www.geysircenter.com  
Foto: tok

Weiter ging die Tour über Selfoss (die größte Stadt Südislands) nach Hveragerdi. Dieser Ort ist bekannt für seine Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden. Es werden Gemüse und alle möglichen Früchte unter Glas angebaut. Wir waren in einem Pflanzengewächshaus, aber wirklich schöne Blumen haben wir nicht gesehen, irgendwie hatten wir alle das Gefühl, hier nur wegen der Souvenirs Halt gemacht zu haben.

Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir dann noch am Kratersee des Kerid vorbei.
Hierbei handelt es sich um einen gut 6000 Jahre alten vulkanischen Explosions-Krater, er hat einen Durchmesser von 250 m und ist 55 m tief.

Am Kratersee / Fotos: tok

Nachmittags erreichten wir unser Hotel, die Ellis nutzten die Zeit, die die Mädels zur Erholung und Vorbereitung auf das Spiel benötigten, um im nahegelegenen Einkaufszentrum shoppen zu gehen.

Auf der Fahrt zur Sporthalle fragten wir uns, wie viele Zuschauer wohl kommen würden, bei der kurzfristigen Verlegung des Spiels von der Insel in die Hauptstadt. Kurz vor Anpfiff des Spieles waren wir Ellis die einzigen Zuschauer auf der Tribüne, was aber vielleicht auch damit zusammenhing, dass das Fußball-Qualifikationsspiel der Schweden – welches im Fernsehen übertragen wurde – noch nicht beendet war. Denn kurze Zeit später strömten die Massen, wir schätzen, es waren ca. 300, die das Spiel verfolgten, was unsere Mädels nicht unerwartet mit 36:25 (Handball World/HBVF) gewannen.

weiterlesen:  Tag 4 - 6

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