Reisebericht Island  4. bis 9. Juni 2007  /  Tag 4 - 6

Tag 4 - Donnerstag, 7. Juni 2007

Pünktlich um 9:00 Uhr trafen die Landrover von Ragnar und seinem Team vor dem Hotel ein.

   
  Foto: tok  
Pro Wagen fanden sich Fünfer- oder Sechsergruppen zusammen und los ging’s auf die Tour zum Langjökull, dem zweitgrößten Gletscher Islands. Die lange Fahrt vertrieben wir uns mit Fragen an den deutsch sprechenden Reiseleiter. Alle Autos waren per Funk miteinander verbunden, so dass jeder jeden sprechen/hören konnte.
Vorbei an einer Walfangstation (da war leider nichts zu sehen, was interessant gewesen wäre) fuhren wir zu Europas wasserreichster Heißwasserquelle Deildartunguhver.
Sie stößt 180 Liter 97 Grad heißes Wasser pro Sekunde aus. Pipelines führen zu bis zu 60km entfernten Städten und versorgen diese mit Heißwasser.
Viel sehen konnten wir allerdings nicht, denn der Wasserdampf lag über
dem gesamten Gebiet.

 

Foto: tok
Weiter ging’s nach Hraunfossar. Auf einer Länge von knapp einem Kilometer stürzt ein unter einem Lavafeld verlaufender Fluss in unzähligen Wasserfällen und Rinnsalen aus dem schwarzen Gestein. Unser Spaziergang führte auch am Barnafoss vorbei. Dessen Name „Kinderwasserfall“ verweist auf eine alte Sage, wonach zwei Kinder zu Weihnachten von einer Gesteinsbrücke abgestürzt und ertrunken seien.
 
Fotos: tok    

Nach dem Mittagessen (diesmal gab es Lachs) versuchten einige, die Fahrer der Landrover zu überreden, sie fahren zu lassen, aber erfolglos. So näherten wir uns unserem eigentlichen Ziel unter gewohnt sicherer Führung.

Fotos: tok

Endlich am Ziel wurde bei strahlend blauem Himmel eine Schneeballschlacht gemacht. Diese wurde dann allerdings abrupt beendet durch den Auftritt von drei Spielerinnen (INSIDERTIPP), die plötzlich nur mit Bikini, Pudelmütze und Schuhen bekleidet aus dem Auto stiegen. Nachdem sich alle im Schnee ausgetobt und die Aussicht genossen hatten, sahen wir zu, wie sich eine Gruppe Touristen auf eine Tour mit Skibobs auf die Spitze des Gletschers begab. Wir hingegen machten uns zu Fuss bergabwärts auf den Weg.

Foto: tok

Die Landrover gabelten uns wieder auf und die Fahrer zeigten uns unterwegs noch einige Kunststücke, fuhren durch einen kleinen Fluss und über einen steilen Lavahügel mit uns, vorwärts und rückwarts.
Aus einigen Wagen waren auch Angstschreie zu hören, denn wir wurden schon ganz schön durchgeschaukelt.

   
  Foto: tok  

Um 18 Uhr trafen wir im Hotel ein nach über 300 gefahrenen Kilometern. Da tat dem einen oder anderen doch schon mal ein Körperteil weh, aber keiner hätte den Ausflug verpassen wollen.

 
   
  Foto: tok  

Den Abend begannen wir mit unerlaubten Einkäufen, denn eigentlich war nur Personalverkauf im Supermarkt, aber zwei Ellis schlichen sich durch die Kontrollen (INSIDERTIPP) und als sie beim Bezahlen feststellten, dass es auch noch Sonderrabatt auf alle Einkäufe gab, konnte sich ein einzelner nicht verkneifen, noch mal reinzugehen. Das ist dann aber wohl aufgefallen, jedenfalls liefen plötzlich Sicherheitskräfte los und wir bildeten uns natürlich ein, dass die hinter unserem Einkäufer hinterher sind. Wir warteten ungeduldig auf ihn und seine Frau starb tausend Tode, weil sie ihren Mann schon festgenommen sah. Aber der kam schließlich unbeschwert mit seinen Einkäufen raus und hatte von all dem nichts mitbekommen.

Nach dem Schreck verlebten wir dann aber noch einen netten Abend in der Lobby.

Tag 5 - Freitag, 8. Juni 2007

Da am Abend das 2. Länderspiel stattfinden sollte, war für den Vormittag lediglich – der von einigen heißersehnte – Stadtbummel angesetzt. Doch vor dem Shopping sollten wir erst noch ein wenig von Reykjavik zu sehen bekommen.
 

Mit dem Bus fuhren wir zum Perlan.
Hierbei handelt es sich um einen Warmwasserspeicher in unmittelbarer Nähe des Flughafens Reykjavik. Von hier aus wird die Stadt incl. der im Winter beheizten Gehwege und Straßen mit Warmwasser versorgt.
Die Warmwassertanks (fünf der sechs sind noch in Betrieb – im sechsten befindet sich ein Museum) fassen jeweils bis
zu 4 Millionen Liter Warmwasser von ca. 85 Grad.
Weil Perlan auf einem 61m hohen Hügel liegt, können alle Gebäude in Reykjavik ohne zusätzliche Pumpen versorgt
werden.

Perlan / Quelle: blog.snaefell.de

Das Wasser wird derzeit aus etwa 70 Bohrlöchern, die zwischen 500 und 2000 m unter der Stadt liegen, entnommen.

Das Gebäude ist 25,7 m hoch und mit einer Glaskuppel aus 1176 Fensterelementen ausgestattet.
Durch die 942 Glühbirnen wird im Dunkeln der Schein eines Sternenhimmels erzeugt, das Gebäude
wird zusätzlich von 58 Außenscheinwerfern beleuchtet. Rund um die Kuppel ist eine Aussichtsterrasse errichtet, bei schlechtem Wetter kann man allerdings auch die Aussicht im 1. Stock aus dem Drehrestaurant heraus genießen.

Perlan / Quelle: wikipedia

Weiter ging es ins Centrum von Islands Hauptstadt zur weithin sichtbaren Hallgrimskirche. Diese Betonkirche wurde in über 40 Jahren erbaut und ist mit 74,5 m das höchste Gebäude Islands.

   
  Hallgrimskirkja / Quelle: wikipedia  

Im Inneren befindet sich eine Orgel mit 5275 Pfeifen (von einem Deutschen gebaut). Schade, dass wir
sie nicht hören konnten Einheimische Besucher verrieten uns, dass dieses Gebäude viel häufiger für Konzerte als für Gottesdienste genutzt wird.

Einige haben sich dann noch schnell per Fahrstuhl auf den Kirchturm bringen lassen, um die Stadt von oben fotografieren zu können.

 
Hallgrimskirkja / Quelle: wikipedia    

Von hier aus sollten wir dann zu Fuß in die Innenstadt gehen. Vorher wurde noch eine Stunde mehr Aufenthalt rausgehandelt, weil die geplante eine Stunde aus Sicht der Mädels einfach nicht ausreichen würde. Also teilten wir uns in kleine Gruppen auf und zogen los.
Aber schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass die Läden dort nicht das bieten konnten, was wir erwartet hatten. Nur einige wenige fanden etwas, was sie mit nach Hause nehmen wollten. Dafür hätte die ursprünglich geplante Stunde dicke gereicht, aber nun mussten wir sehen, wie wir die zusätzliche Zeit rumkriegen. Da die Sonne schien (was ja selten vorkam während unseres Aufenthaltes), suchten wir uns ein Cafe und betrachteten die Leute. Die Mehrheit unserer Gruppe sehnte die Abfahrt des Busses am Rathaus herbei.

Nach dem Mittagessen gingen die Mädels – und einige der Ellis – auf ihre Zimmer, um sich auf das Spiel vorzubereiten.
Um 18 Uhr waren dann alle bereit zur Abfahrt in die Laugardalshöll.

   
  Laugardalshöll / Quelle: www.eykt.is  

Die Einzelheiten zum 35:24 Sieg mit den 3 Jubilarinnen Anna, Nadine und Angie sind hier nachzulesen: Handball World/HBVF.

Nach dem Spiel trafen sich beide Mannschaften und Offizielle des Isländischen Handballverbandes im Salatbarrin. Diesmal gab es sogar Alkohol, und zwar in Form von Lakritzlikör und für alle reihum aus der Flasche. Nicht jedermanns Geschmack, aber jeder hat probiert. Als Andenken an den Abend gab es dann für alle Lakritzbonbons zum Mitnehmen.
Gegen Mitternacht waren wir dann zurück im Hotel, einige gingen packen, andere schlafen und einige wenige sollen sogar durchgemacht haben. Viel Zeit war ja nicht, denn Abfahrt war für 5:00 Uhr angesagt.

Tag 6 - Samstag, 9. Juni 2007

Abreise, schade, die Tage sind so schnell vergangen.

Der Abreisetag war noch mal ein Härtetest für alle; 4:30 Uhr Frühstück, 5:00 Uhr Abfahrt zum 50km entfernten Flughafen Keflavik.


Hier trennten sich dann die Gruppen: 7:25 Uhr Abflug nach Frankfurt (der überwiegende Teil der Mannschaft) und 7:45 Uhr nach Kopenhagen (die in Dänemark beheimateten Mädels und die Ellis).
In Kopenhagen teilten wir uns dann noch mal: Grit, Nina und Anja flogen in Richtung Viborg, Gundel und Herbert nach Berlin, Michel, Moni, Jürgen, Wolfgang und Ursel nach Frankfurt und ich nach Hamburg.
Der Aufenthalt im Flughafengebäude verging wie im Flug, denn dort gibt es wahnsinnig viele kleine Läden.
Quelle: www.keflavikairport.com

Abschließend kann ich nur sagen, es war toll und ich glaube, ich spreche für alle Ellis, die mit waren:
Wir bedanken uns bei Armin, der uns erst auf die Idee gebracht hat, bei Frau Bluhm, die die Organisation der Reise übernommen hatte, bei Reiner (INSIDERTIPP, er weiß schon wofür!) und bei der Mannschaft samt Umfeld für die nette Aufnahme und Einbeziehung in den Kreis des Teams.

Wir sind in Rotterdam auf jeden Fall wieder dabei und ich hoffe, dass der Kreis der Ellis sich bis zur WM noch ausweitet, damit die Mädels auch in voll besetzten Hallen unsere Unterstützung hören können.


Bericht: Rosi Wörz, Tag 2 mit Einschub von Gundel Jurack

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