Le Mans war eine Baustelle und Paris ist gigantisch
Sechs herrliche Tage mit viel Sonne, historischen Städten, Handball und dem Gefühl der Freunde und Erholung haben wir, Margrit und Peter, hinter uns gebracht.
Wie bewährt nun alles der Reihe nach ...
Le Mans
Am Mittwoch, den 4 April, ging es morgens um 8.00 Uhr in Hamm (Westfalen) los. Über Aachen, durch Belgien und schon einmal durch Paris ging es nach Le Mans.

Nach ca. 840 km kamen wir gegen 18.30 Uhr an. Das Hotel war schnell gefunden (Ibis Le Mans), die Koffer abgestellt, das Auto in der Hotelgarage geparkt und schon ging es los, die Stadt zu erkunden.
Die Stadt längs des Flusses Le Sarthe ist gekennzeichnet durch den alten Stadtkern rund um die Kathedrale Saint-Julien (siehe Foto) und die weit nach Südwesten reichenden neueren Stadtteile. Dort ist auch die Rennstrecke angesiedelt, auf der die „24-Stunden Rennen von Le Mans“ alljährlich stattfinden.
In einem kleinen Restaurant in der Innenstadt aßen wir lecker zu Abend. Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zur Rennstrecke. Wir wollten sie zumindest gesehen haben und auch dem Museum einen Besuch abstatten. Dies war trotz Navigationssystem nicht so einfach. Le Mans war eine einzige Baustelle. Überall war die Durchfahrt gesperrt, Einbahnstraßen eingerichtet und das Abbiegen nur bedingt erlaubt. Trotzdem kamen wir irgendwann an. Auf die Rennstrecke konnten wir nicht, sie war geschlossen, ein Foto vom Eingang beweist aber unsere Anwesenheit (siehe Foto).
Das Museum war ganz nett, vor allem übersichtlich und nach ca. einer Stunde verließen wir den Ort wieder.
Langsam mussten wir ja auch wieder zurück, denn der Anlass unserer Reise näherte sich und wir wollten vorab noch gegessen haben.
Nach dem Essen in unserem Hotel fuhren wir dann gegen 19.00 Uhr zur mit ca. 8.000 Plätzen ausgestatteten Mehrzweckhalle Antares (siehe Foto), um das erste Spiel unserer Mädels zu sehen.
Mit den ähnlichen Schwierigkeiten wie auf der Fahrt zur Rennstrecke kämpfend kamen wir ca. 10 Minuten vor Spielbeginn an.
Die Karten waren an der Kasse hinterlegt, aber es dauerte doch etwas, bis wir uns bedingt durch die Sprachbarriere – wir sprachen kein Französisch, der Kassierer kein Deutsch – mit Englisch mehr schlecht als recht verständigt hatten und er dann doch die Karten für Peter Müller fand.
Dann führte uns ein Halleneinweiser auf zwei Plätze, die eine Minute später von anderen netten Menschen als die ihren beansprucht wurden. Hier half uns eine nette Dame weiter, die uns endlich zu „unseren“ Plätzen führte. Kurz vor Anpfiff nahmen wir Platz, und gespannt warteten zwei „Handball-Ellis“ zusammen mit ca. 4.000 Franzosen auf das Spiel.
Zum Spiel selbst verweise ich wieder auf die bekannten Links (Handball World/HBVF).
Hier sei nur so viel erwähnt, dass unsere Mädels mit einer mittelprächtigen Leistung 28:26 gewannen und ihnen somit die Revanche für die Niederlage im kleinen Finale bei der EM 2006 in Schweden gelang.
Nach Smalltalk mit den Mädels und Bigtalk mit unserer Tochter nach dem Spiel fuhren wir zurück.
Versailles
Der Freitag, 6. April, war dann erst einmal wieder Reisetag.
Über die mautpflichtige Autobahn A 11 ging es nach Paris, bis ich auf den Gedanken kam, dass eine Fahrt über Land doch auch ganz nett sein kann.
Wir fuhren ab, zahlten statt 15,60 € (Hinfahrt) nur 11,40 € Maut und tuckerten in Richtung Paris, um dann erst einmal in Versailles Pause zu machen. Es war ein herrlicher Sonnentag, und „Millionen“ Menschen schienen den gleichen Entschluss gefasst zu haben wie wir, nämlich Versailles einen Besuch abzustatten. Die Warteschlange vor dem Spiegelsaal war mehr als 500 m lang, vor anderen Attraktionen waren die Menschenketten nicht wesentlich kürzer.
So wanderten wir durch die Anlage, besonders den Park (Foto rechts), staunten hier und dort und stellten wieder fest, dass in Frankreich der Bauboom ausgebrochen zu sein scheint (Foto links). Versailles wird restauriert, es soll 2019 fertig sein, vielleicht kommen wir dann wieder. In einem Cafe vor dem Schloss tranken wir einen Cappuccino, der uns schon einmal auf die hohen Lebenshaltungskosten in und um Paris aufmerksam machte (4,50 €/Tasse).
Paris
Paris in vier Tagen: unmöglich, in vier Wochen wahrscheinlich auch nicht, in vier Monaten wohl eher, in vier Jahren? Keine Ahnung ...
Die Einleitung soll meine Sprachlosigkeit oder besser Schreibschwierigkeit überwinden, denn ich bin wirklich überwältigt. Paris ist gigantisch!!! Ich will und kann Paris nicht beschreiben, die wenigen Zeilen, die folgen, zeigen nur auf, was wir erlebt/gemacht haben.
Unser Navi führte uns bösartigerweise über den Kreisverkehr am Arc de Triumph Etoile („großer Triumphbogen“). Dieser Verkehrsknotenpunkt mit seinen ca. zehn, allerdings nicht gekennzeichneten Spuren war für mich ein „Trauma“. Letztlich mit viel Glück, hupenden und aufpassenden Franzosen, kam ich heile hindurch, mit der klaren Ansage, dass ich hierher NICHT mehr fahren werde. Aber angesehen haben wir uns dieses Spektakel natürlich. Davon aber später mehr.
Das Hotel Best Western Anjou Lafayette Opera lag in einer kleinen Seitenstraße nördlich der Seine.
Wir checkten gegen 14.00 Uhr ein und unternahmen noch einen ersten Spaziergang. Er führte uns über den Palais Royal zum Museum Louvre (Foto links), welches wieder von Menschenmassen geradezu belagert wurde. Wir haderten nicht lange, sondern nutzten die strahlende Sonne zu einem längeren Sonnenbad im Hof des Louvres (Foto rechts).

Am Arc de Triumph du Carrousel („kleiner Triumphbogen“, Foto links) vorbei ging es über die Avenue des Champs Elysees zum großen Triumphbogen (Foto Mitte), wo wir uns lange die Verkehrsführung bzw. das Verkehrschaos der Franzosen (Foto rechts) ansahen.
Es war ein Schauspiel ohne seines gleichen. Aus den über zehn Zufahrtsstraßen drängten mehr oder weniger kontinuierlich Fahrzeuge aller Art, ja sogar Fahrräder, mit vollem Tempo in den Kreisverkehr, der keinerlei Fahrbahnkennzeichnungen hat.
Die Einfahrenden haben wohl Vorfahrt, aber nach Möglichkeit oder Unmöglichkeit fuhren auch die Fahrzeuge im Inneren so weit und so schnell wie möglich weiter zu ihrer Ausfahrtstraße. Dass es nicht jede Sekunde schepperte, blieb mir ein Rätsel. Allerdings habe ich festgestellt, dass viele Autos mehr oder weniger kleinere Beulen aufweisen. Dieses Erlebnis hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Der zweite Tag (07.04.07) stand ganz im Zeichen der Mädels und des Länderspiels.
Mit der Metro Nr. 12 fuhren wir zum Porte de Versailles im Südwesten von Paris. Dort waren die Mädels im Hotel Residence Pierre et Vatances City, Porte de Versailles untergebracht. Hier trafen wir auch Michael und Kiki. Sie waren mit zwei Kleinbussen nach Paris gekommen, einer war für die Leverkusener Mädels bestimmt, in dem anderen wollten sie selbst mit den Trierer Nationalspielerinnen zurück fahren. Aber vorher wollten beide erst noch eine „Stadtrundfahrt“ unternehmen, von der wir uns auch aufgrund des Gesehenen dankend zurückhielten.
Gegen 14.00 Uhr machten wir uns wieder bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß vom Hotel der Mädels auf den ca. 10 km langen Weg zum Palais Omnisports Bercy (Foto).
Diese neue Mehrzweckhalle fasst bis zu 17.000 Zuschauer und hat eine sehr eigenwillige Architektur (Grasdächer).
In ihr fand zu Ostern ein Vierländer-Turnier der Männer mit Frankreich, Polen, Island, Tunesien statt, in dessen Rahmen auch das zweite Freundschaftsspiel unserer Mädels gegen Frankreich ausgetragen wurde.
Diesmal waren wir frühzeitig da (gegen 17.00 Uhr), die Plätze waren auch schnell gefunden und so konnten wir noch die zweite Halbzeit der Männer zwischen Frankreich und Island genießen.
Bertrand Gille, Joël Abati und Co sind schon eine Augenweide. Sie haben Island dann auch sicher bezwungen (35:27) und das Turnier ohne Niederlage gewonnen.
Zum Spiel der Mädels möchte ich hier noch weniger als sonst schreiben und wie üblich auf die bewährten Links verweisen. Sie haben schlecht gespielt und berechtigt mit 19:23 verloren.
(Handball World/HBVF)
Wir verabschiedeten die Mannschaft noch, bedankten uns vor allem beim französischen Betreuer der Mädels, der uns sehr geholfen hatte, und bei Armin Emrich, der uns noch ein frohes Osterfest wünschte. Michael hatte den „Leverkusener Bus“ unweit geparkt, so dass wir Anna, Anne, Nadine, Sabine und Sabrina auf dem Weg dorthin begleiteten und ihnen dabei etwas unter die Arme griffen (schweres Gepäck abnahmen).
Schlussendlich war auch das geschafft und nach herzlichen Verabschiedungen fuhr Kiki mit dem zweiten Wagen vorweg, um den nur mit einem deutschen Navi ausgestatteten Lev-Wagen aus Paris heraus zu lotsen.
Und wir? Wir suchten noch in Bercy ein nettes Lokal, um zu Abend zu essen. Danach fuhren wir mit der Metro zu unserem Hotel.
Ostersonntag (08.04.07) wollten wir auf den Eiffelturm. Aus der Formulierung wird schon sichtbar, dass das nicht geklappt hat. Wie wir wollten auch Millionen anderer dort hinauf, so dass wir uns auf einen Blick von unten begnügten (siehe Fotos).
An der Seine entlang ging es zurück über die Pont Alexandre III zwischen dem Großen und dem Kleinen Palais hindurch langsam spazierend zurück.
Dabei trafen wir auf eine ingenieurtechnische Herausforderung. In der Galeries Lafayette mussten Rolltreppen gewechselt werden. Ein riesiger Autokran (siehe Fotos) hob eine komplette Rolltreppe über das Gebäude aus dem inneren heraus und die neuen wieder hinein. Insgesamt wurden sechs Rolltreppen gewechselt. Dies dauerte zwei Tage.
Am Ostermontag (09.04.07) spazierten wir mittags zur Seine-Insel, auf der die Kirche Notre Dame steht. Dabei passierten wir einen Blumenmarkt. Da die Warteschlange vor der Kirche nicht ganz so lang war, statteten wir ihr einen Besuch ab.
Der Rückweg führte uns am Nordbahnhof vorbei, wo wir die Hochgeschwindigkeitszüge TGV und Thalys bewundern konnten.
Der Abend war für das Künstlerviertel um den Montmatre bestimmt. In den kleinen Gassen und auf den Stufen zur Sacre Coeur herrschte emsiges Treiben und man hatte leider einen etwas diesigen Ausblick über Paris (siehe Fotos).

In einem kleinen Restaurant aßen wir zu Abend. Der Rückweg führte noch am Pigalle und dem Moulin Rouge vorbei. Wiederum sehr beeindruckt über die Größe und Freiheit verbrachten wir unsere letzte Nacht in Paris.
Die Rückfahrt (10.04.07) nutzten wir zu einer Kurzbesichtigung des Modernen Paris um La Defense mit den großen Bürokomplexen und der Grande Arche aus dem Auto heraus. Dieser Stadtteil symbolisiert einmal mehr die Größe und Weite Paris und bildete den krönenden Abschluss einer für mich nur mit fassungslosem Staunen einhergehenden Reise.
Bericht: Peter Müller, Ergänzungen: Tanni & Coco Fotos: privat (Peter Müller)
Weitere Fotos (von unseren Mädels) gibt es in Tok’s Fotoarchiv: Le Mans Paris
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