WM-Tagebuch / Hauptrunde in Dijon

Mittwoch, 5. Dezember 2007 - Reisetag / Umzug nach Dijon

Reisetag und Umzug nach Dijon war angesagt: 8 Uhr startete der erste Schwung mit Karl im Kleinbus, der Rest von uns machte sich dann in 2 Privat-PKWs und einem zweiten Bus mit Kiki um 10 Uhr auf den Weg. Nach 650 km trafen wir dann 7 Stunden später in unserer neuen Herberge „Hotel Campanile“ ein.

Große Freude herrschte bei den Internetsüchtigen unter uns, denn am Hoteleingang kündigte gleich ein großes Schild Internetzugang gratis an. Man/frau will ja hier schließlich auch bestens informiert sein. In Nantes mussten wir vorher doch ordentlich Geld für diesen Luxus bezahlen (10 Stunden 15 €).

Auf den Zimmern dann die nächste positive Überraschung: ZDF-Empfang. Jetzt konnten wir dann auch über TV das Morgenmagazin mit den netten Berichten über
die Mannschaft gucken.

Dijon bereitete uns wettertechnisch allerdings nicht unbedingt den tollsten Empfang – es regnete , und das soll sich leider auch die nächsten Tage nicht ändern. Was viele uns aber nicht davon abhielt, noch mal loszuziehen, noch ein bisschen Frischluft zu schnappen und ein paar erste Blicke auf unsere Umgebung hier zu riskieren.
Wir gaben dieses Vorhaben aber aufgrund des nicht nachlassenden Regens doch recht bald auf und entschieden uns für ein nettes Lokal (so eine Art Studentenkneipe) gleich hier um die Ecke. Da gab es vernünftige Preise und ausreichende Portionen und endlich mal was anderes als Baguette oder Pizza.
In der Hotellobby ließen dann einige den Abend noch in gemütlicher Runde ausklingen.
(Coco)

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Trotz der Lage unseres Hotels neben einer stark frequentierten Straße konnten wir doch ausgesprochen gut schlafen und machten uns dann über das Frühstück her, welches hier etwas üppiger ausfällt als in Nantes. Frühstück gibt es jeweils zwischen 6.45 Uhr und 10.00 Uhr, wobei von uns die komplette Zeitspanne ausgenutzt wurde (die meisten kamen aber erst gegen 9.00 Uhr aus ihren Zimmern gekrochen).

Auch konnten wir die eine oder andere Leckerei aus unseren Stiefeln ziehen, da der Nikolaus in der Nacht zuvor fleißig gewesen war.
Es fällt übrigens auch auf, dass er ein handballbegeisterter Mensch sein muss, da er in den letzten Tagen schon öfters in den Hallen gesehen wurde. Dass er dabei stets einen Deutschlandschal trägt, kann ja nur ein gutes Zeichen sein.

Im Gegensatz dazu hat wohl Petrus nichts für diesen Ballsport übrig, da er uns schon wieder mit schlechtem Wetter ärgerte. Dies hat uns aber nicht davon abgehalten, in kleinen Grüppchen die Innenstadt von Dijon zu erkunden. Vom Stadtrundgang zurück, legten wir dann unsere Fanutensilien an und machten uns auf den Weg zur Halle. Dabei konnten wir feststellen, dass die Gruppe der Fußgänger täglich mehr Anhänger findet. Neben Rosi, Moni, Didi und Markus nahmen nun auch Tanni, Coco und Roland den Fußmarsch von ca. 30 min zur Halle auf sich.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit unseren Eintrittskarten durften auch wir dann endlich in die Halle und nahmen dann in schwindelerregender Höhe (direkt unterm Dach) unsere Plätze ein. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch und wir feuerten dann mit aller Kraft die Mädels an. Nach den Spielen ließen wir den Abend in gemütlicher Runde mit einem Glas Bier (oder vielleicht auch zwei) im Hotel ausklingen.
(Markus)

Freitag, 7. Dezember 2007 - Ruhetag

Dijon hat eine autofreie Innenstadt. Außer Linien-/Kleinbussen und Zulieferern dürfen keine Kraftfahrzeuge diese befahren. Zwei Linienbusse, die Nummern 2 und 7, fahren direkt zum Mannschaftshotel (Holiday Inn). Hier wurden die Gruppensieger der Vorrunden untergebracht. Die anderen Mannschaften mussten sich mit anderen Hotels begnügen. Im Holiday Inn residierten auch schon die Eltern der Spielerinnen von Bayer Leverkusen beim Challenge Cup-Sieg im Jahre 2005. Dem Hotel angeschlossen ist ein riesiges Einkaufszentrum (Toison d’Or).
Die Kleinbusse fahren kreuz und quer durch die Innenstadt und transportieren kostenlos die vollbepackten Einkaufswütigen zu den Parkplätzen, die sich am Rande der Einkaufszone befinden.
Im Zentrum am „ Place de la Libération“ befindet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt. Hier verweilten wir des öfteren zu einer Glühweinrunde. Rund um das größte Kaufhaus Lafayette fahren auch die meisten Linienbusse ab. Von unserem Hotel - direkt am Bahnhof gelegen - braucht man zu Fuß gut 5 Minuten bis in die City.
(Didi)

Samstag, 8. Dezember 2007

Bis zu unserem Spiel um 14.30 h gegen Ungarn war am Vormittag nur wenig Zeit.
An der Touristeninformation erstanden wir für wenig Geld einen kleinen Stadtführer, der
die „Eulentour“ beschreibt. Auf den Fußwegen sind Messingpfeile mit der Eule als Abdruck eingelassen, die eine Tour durch die Innenstadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorgibt. Die Runde dauert je nach Schrittgeschwindigkeit 1,5 - 2 Stunden.
An der Kirche „Notre Dame“ ist an der Seitenfassade an einem Mauervorsprung eine
kleine Eule eingelassen. Bei Berührung mit der linken Hand und entsprechenden Wünschen sollen diese in Erfüllung gehen. Es diente Moni, Rosi und Didi an diesem Tage als Kerzenersatz. Die am Freitag und Samstag angekommenen Ellis (Baumbach, Englert, Müller und Brückmann) werden diese Eulentour noch nachholen.
(Didi)

Sonntag, 9. Dezember 2007

Der Vormittag verlief wie meist an den Spieltagen recht unspektakulär. Nach einem gemütlichen Frühstück zusammen vertrieben sich die meisten die Zeit noch mit etwas Bewegung an der frischen Luft und einem kleinen Stadtbummel. Gegen Mittag ließen sich dann sogar ein paar Sonnenstrahlen blicken, und wir gingen in mehreren kleinen Gruppen zur Halle, wo um 14.30 Uhr das erste Spiel schon wieder auf der Tagesordnung stand.

Mittlerweile waren wir doch recht zahlreich geworden, auch Müllers, Brückmanns und Gundel Jurack waren für das Wochenende angereist. Außerdem kamen noch weitere Fans an, und unser Fanblock in der Halle konnte sich nun wahrlich sehen und hören lassen.
Nach den Spielen trafen sich noch einige in der Taverne gleich gegenüber von unserem Hotel – ein richtiges Abendessen musste her. In der Halle gab es außer Getränken lediglich immer simple Baguettes, mit Schinken oder Käse. Wirklich schmecken tut das schon lange nicht mehr ...
(Coco)

Montag, 10. Dezember 2007 - Ruhetag

Am Vormittag  um 10.00 h durften die Mädels einen Stadtbummel machen. Die anwesenden Eltern trafen sich mit ihren Kindern bei leicht regnerischem Wetter und ließen ihre schon erworbenen Stadtkenntnisse spielen. Dabei war ein Abstecher zur Eule an der Notre Dame Pflicht. Auch die Mädels wollten natürlich vor dem letzten Spiel gegen die Rumäninnen ihre Wünsche noch loswerden.

Danach gingen die Wege der Ellis je nach Lust und Laune auseinander. Um 12.00 h traf man sich am Busbahnhof wieder, um die Mädels wieder zu verabschieden. Am Nachmittag nach einem Cafe au lait in einem der zahlreichen Brasserien stiegen einige Ellis in einen der kostenlosen Stadtbusse und fuhren die Strecke einmal komplett ab. Eine Fahrt auf der Gesamtstrecke dauert ca. eine halbe Stunde. Der Bus hält fast an allen Sehenswürdigkeiten oder fährt zumindest an ihnen vorbei - bei Regen eine echte Alternative zu einem Stadtrundgang. Da wir schon 8 Personen waren, noch zwei Kinderwagen zustiegen und der Bus nur ca. 20 Personen fasst (es gibt Sitz- und Stehplätze), war er die ganze Fahrt voll ausgelastet.
Abends wurde dann wieder ein Tisch bestellt in einem netten Restaurant bei der Markthalle, welches wir auf unseren zahlreichen Stadtbummeln entdeckt hatten.
Später gab es noch eine gemütliche Laptop-Runde in der Hotellobby ...
(Didi, Coco)

Dienstag, 11. Dezember 2007

Heute war also der letzte Tag der Hauptrundenspiele in Dijon. An die Personenkontrollen am Einlass der Halle hatten wir uns allmählich gewöhnt, an Flughäfen fallen die Kontrollen kaum intensiver aus. Selbst Müsliriegel wurden genauestens begutachtet, Obst und Getränke mussten abgegeben werden. In Nantes wurde ja immer nur ein Blick in den Rucksack geworfen ...
Das abschließende Spiel gegen die Rumäninnen endete mit der ersten Niederlage für unsere Mädels, aber gut ... als Gruppenzweiter geht es nun im Viertelfinale gegen Angola.

Nach dem langen Tag in der Halle hieß es also Abschied nehmen von Dijon. Eine ganze Woche waren wir nun hier. Einige verbrachten diesen letzten Abend in einem mittlerweile liebgewonnenen Restaurant gleich um die Ecke (Cafe Leffe – selbst bei dem meist herrschenden Mistwetter fast trockenen Fußes zu erreichen – na ja, der Eingang war etwa 5 m vom Eingang des Hotels entfernt ), andere versuchten sich an diesem letzten Abend mal in einem Selbstbedienungsrestaurant. Bemerkenswert war, dass es heute mal NICHT regnete, als wir den Palais des Sports verließen. Da wir fast alle den Weg auch von der Halle zurück immer zu Fuß zurücklegten, war es schon manchmal ziemlich fies, wenn uns vor der Halle nach dem letzten Spiel der französische Landregen empfing.
(Tanni)