WM-Tagebuch / Vorrunde in Nantes

Freitag, 30. November 2007 ... Der Countdown läuft - Noch zweimal schlafen ...

Hallo und herzlich willkommen – hier beginnen wir Handball-Ellis nun unser kleines WM-Tagebuch ...

Sonntag geht es ja nun endlich los!!! Und nicht nur „unsere“ Mädels sind dabei, sondern auch wir! Sämtliche Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte und die Oma von nebenan sind ebenfalls bestens informiert, sowohl über unsere Reiseroute als auch die Fernsehtermine ( Eurosport – unbedingt einschalten!!!) ...  eigentlich kann dann ja nix mehr schief gehen ... für zahlreiche Unterstützung ist also gesorgt!!!

Das erste Ziel ist bekanntlich Nantes, und am morgigen Samstag ist nicht nur für die Mannschaft der Anreisetag, sondern auch für viele Handballellis sowie weitere Fans.

Die Devise lautet also: morgen früh aufstehen, bloß nichts vergessen und gut ankommen in Nantes. Dort werden wir sicher erst mal die Lage checken, und am Sonntag steht ja auch schon um 16.00 Uhr das erste Spiel gegen die Ukraine auf dem Programm!

Wir Handballellis möchten Euch in den nächsten zwei Wochen an dieser Stelle etwas teilhaben lassen an diesem Großereignis und an unseren Erlebnissen – schaut einfach öfter mal rein!!!

Allen, die ebenfalls morgen nach Nantes fliegen oder fahren, wünschen wir eine gute Anreise – wir sehen uns!

Bis dann ... und viele Grüße von den Handballellis
(Coco&Tanni)

Samstag, 1. Dezember 2007

Die deutsche Fahne weht nun über dem Ibis-Hotel in Nantes, zahlreiche Ellis sind bereits gestern gesund und munter im Vorrundenspielort der deutschen Mannschaft Nantes gelandet bzw. angekommen.

Auch unser Michel konnte nach Ankunft der Nachtmaschine aus Paris seinen unterwegs verlorengegangenen Koffer in Empfang nehmen. Das Notfallpaket, welches er vorher von Air France bekommen hatte, sah nämlich nicht sehr umfangreich aus.

Hier trudelte also einer nach dem anderen ein - und abends machten wir uns zu zwölft auf den Weg in die Innenstadt auf die Suche nach einem Restaurant. Leichter gesagt als getan. Finde mal ein Restaurant in einer französischen Großstadt, noch dazu an einem Samstag Abend und mit einem Tisch für 12 Personen!
Bei "Cool Burger" waren wohl noch ausreichend Plätze frei, aber Appetit auf coole Burger hatten die wenigsten.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdeckten wir dann eine Pizzeria, und irgendwie schafften es Didi und Hartmut, den Oberkellner zu überzeugen, uns einen großen Tisch bereitzustellen. So war dann alles gut, denn einige von uns waren doch schon langsam am Verhungern. Die Portionen waren mehr als ausreichend - und so waren alle rundum zufrieden.
Zurück zum Hotel ging es schön gemütlich durch diverse Fußgängerzonen - und dabei gerieten wir dann glatt noch in die "Restaurantmeile" von Nantes. Somit wissen wir nun für die restlichen Abende, wohin wir uns ganz gezielt orientieren dürfen ...
In der Hotellobby saßen wir dann noch alle bis kurz vor Mitternacht in fröhlicher Plauderrunde zusammen.
(Matthias, Coco)

Sonntag, 2. Dezember 2007

Nach einem reichhaltigen Frühstück (zumindest für die, die es süß mögen) ging es bei grauem Himmel zu einer Stadtbesichtigung. Nur wenige Meter vom Hotel entfernt liegt die Marche de Talensac, eine Markthalle, die zu unserem Erstaunen geöffnet hatte. So konnten wir (Didi, Moni, Markus, Matthias und Rosi) uns aus nächster Nähe die Angebote von Fleisch, Brot, Gemüse, Fisch, Blumen, Schuhen, Taschen, Uhren usw. ansehen.
Weiter gings bei leider beginnendem Regen zur Kathedrale Saint Pierre, wo wir mitten in einen Gottesdienst platzten, was uns aber nicht davon abhielt, die Zeremonie aus Schweden fortzusetzen, vor einem Spiel Kerzen anzuzünden und so auch die Unterstützung von höchster Stelle zu erbitten (hat ja auch wieder geklappt!).

Über die Kathedrale St. Similien, vor der eine Bettlerin die ihr zugedachten 2 EURO wieder zurückgab, mit einem Gemurmel, welches wir leider - oder vielleicht auch GottseiDank - nicht verstanden. Wegen des immer stärker werdenden Regens orientierten wir uns an dem Tour de Bretagne - dem einzigen Wolkenkratzer dieser Stadt, der in unmittelbarer Nähe des Hotels steht, zurück in unsere Herberge.
Dort waren inzwischen auch Roland, Rainer, Kai und Harry, die mit Auto angereist sind, wohlbehalten eingetroffen. So legten wir uns kurz trocken, packten unsere Fanutensilien zusammen und los ging es zum Palais des Sports de Beaulieu (3km entfernt).
Wegen des großen Zuschauerandrangs waren da aber einige Straßen gesperrt, so dass wir lange Umwege fahren mussten. Aber Dank der Erfindung des Navis erreichten auch wir unser Ziel. Auf der Zuschauertribüne durften wir alle Fahnen aufhängen und so fanden uns auch die Fans aus Leipzig, die ebenfalls privat angereist waren. Beim Spiel gaben leider nicht alle aus unserer 24 Mann/Frau starken Gruppe alles, aber es hat gereicht. Nach dem ziemlich langweiligen Spiel Südkorea - Paraguay kehrten wir zum Hotel zurück, um dann mit den Hungrigen erneut auf die Suche nach einem geöffneten Restaurant zu gehen. Das gestaltete sich ziemlich schwierig, da Sonntagabend kaum Restaurants in Frankreich geöffnet sind. So landeten wir doch wieder bei unserem Italiener vom Vortag.
(Rosi)

Montag, 3. Dezember 2007

Nach einem ausgiebigen Frühstück (wie immer) begaben wir uns auf Stadtbesichtigung Teil 2. Heute sollte uns kein Regen stören. Nach kurzem Weg durch die Innenstadt gelangten wir ans Chateau des Ducs de Bretagne. Über eine Zugbrücke, im alten Stil erhalten, konnte man über ein paar Treppen den Obergang erreichen und auf diesem das ganze Schloss umrunden.

Weiter ging es zu einer Kirche namens Notre Dame (gibt es scheinbar in fast jeder Stadt). Auf diesem Weg kamen wir zufällig wieder an der Kirche Peter und Paul vorbei, wo wir wie am Vortag wiederum eine Kerze für die Mädels anzündeten. Notre Dame Toutes-Joies war dann eine Enttäuschung. Nicht geöffnet und nach Kirche sah das Teil nun wahrlich auch nicht aus. Eher wie ein Gebetshaus.
Beim Rückmarsch zum Hotel machten wir noch kurz einen Abstecher in eine Brasserie auf einen Cafe creme. Milch war zwar nicht vorhanden, wurde aber innerhalb von 60 Sek. besorgt. Und über den Preis von 1,70 € pro Getränk konnte Mann und Frau auch nicht meckern.
Nach kurzer individueller Entspannung im Hotel machten sich Moni, Rosi und Didi zu Fuß auf den Weg zur Halle, die sie 30 Minuten später – vor den restlichen Fans, die im Auto fuhren – erreichten.
Das Spiel gegen Paraguay war ein besseres Training für die am Folgetag bevorstehende Aufgabe gegen Südkorea.
(Didi, Rosi)

Dienstag, 4. Dezember 2007

Heute stand eine Fahrt an die Atlantikküste auf dem Programm. Wir starteten im Sonnenschein, fuhren der immer stärker werdenden Bewölkung entgegen und landeten im Ort Pornic. Ein idyllisches Dörfchen mit riesigem Yachthafen und großem modernen Golfclub. (wenn schon denn schon).

Schnell fanden wir einen Parkplatz direkt am Meer und gingen über einen Wanderweg direkt an der Steilküste Richtung Dorfmitte. Moni und Kiki wagten sogar ein "Bad" im eiskalten Atlantik ...
Pech, dass wir zur Mittagszeit hier ankamen. Fast alle Geschäfte schließen um 12.30 Uhr. So schwärmten wir in kleinen Gruppen aus, um etwas zu essen oder
zu trinken zu bekommen.
Moni fiel dann schlagartig ein, dass wir heute noch gar keiner Kirche begegnet waren und ja eigentlich noch die Glückskerzen angezündet werden müssten.
Was nun? Da musste uns was anderes einfallen. Das Mauerwerk in dem kleinen Lokal, in dem sich einige von uns befanden, war schon mit tausenden kleinen Münzen bestückt, die von den Gästen als Glücksbringer dagelassen werden.
Also steuerte jeder ein Geldstück bei - und geklappt hat das ja dann auch!!!
Da das Wetter nicht so pralle war, beschlossen wir vor dem Spiel noch im Hotel einzukehren. Die Fußgänger Moni, Rosi und Didi wurden heute von Markus begleitet. Die fahrenden Fans waren diesmal schneller. Mit dem Spiel gegen Südkorea  waren wir alle mehr als zufrieden. Nach dem abschließenden Spiel Paraguay - Ukraine waren die deutschen Fans noch bei ihren neuen Freunden vom Bierstand eingeladen. Diese „Freundschaft“ hatten Roland und Didi in den Vortagen in mühsamer Trinkarbeit aufgebaut. Es wurde geschunkelt und gesungen. Dazu gab es Bier sowie Cafe blanc oder Cafe rouge (Insidertipp!). Für den Heimweg gab es oben drauf noch Wasserflaschen und Baguettes (alles geschenkt!). Wir haben gezeigt, dass die Deutschen doch nicht so schlecht sind, wie einige Franzosen scheinbar annehmen.
(Rosi, Didi, Coco)