| WM-Tagebuch / Vorrunde in Wuxi |
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Nach einem 9 1/2-stündigen Nachtflug sind am Samstag, rechtzeitig vor Spiel-beginn, alle Ellis in Wuxi, gesprochen Wu-shi, eingetroffen.
Die Runde ist klein, aber selbstverständlich fein und besteht aus Rosi, Didi, Michel und Petra, sowie mit Michael und Sandra zwei Journalisten. Allerdings werden wir später zur Hauptrunde noch durch Ursel, Wolfgang und Fritz verstärkt werden.
Unser 4 Sterne Hotel Hong Yun liegt direkt im Zentrum, so dass wir alles gut erreichen können.
Wir sind alle im 19. Stock untergebracht, auf einer Nichtraucheretage, zum Glück. Rauchverbot wie bei uns gibt es hier nämlich noch nicht.
(Fotos: rechts Blick aus einem Hotelzimmer im 19. Stock, unten Weihnachtsdeko im Hotel) |
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Die Stadt ist ziemlich modern und wird auch „Klein-Schanghai“ genannt. Es gibt jede Menge Geschäfte in der Innenstadt, auch sehr viele teure Markenläden und selbstverständlich ganz viel Elektronikgeschäfte. Preis-mäßig ist der Unterschied zu Deutschland aber für diese Dinge nicht wirklich zu spüren.
Andere, chinesische, Dinge dagegen sind preisgünstig. Essen, Taxi, einheimische Produkte, alles mehr als erschwinglich. Insgesamt kommt man hier mit Englisch, Händen und Füßen und Visitenkarten von Hotels oder ähnlichem, auf welchem die Adresse des Zielpunktes in chinesischer Sprache angegeben ist, recht gut zurecht. Ehrlicherweise muss ich zugeben, besser als erwartet!
Uns steht hier für die Fahrten zur Halle und zurück ein Reisebus samt Fahrer und Reiseleiterin zur Verfügung. Gleich am ersten Tag hat sich der Gute aber, trotz Navi, verfahren, so dass wir mit fast halbstündiger Verspätung in der Halle angekommen sind. Zum Glück war es „nur“ das Spiel Brasilien-Frankreich, insofern war es nicht schlimm.
Wir haben in dem Zusammenhang dann erfahren, dass die Reiseleitung und der Fahrer aus Nanjing, der Provinzhauptstadt und Finalspielort, kommen und sich in Wuxi überhaupt nicht auskennen. Und noch viel interessanter: Die junge Dame erklärte uns, dass die Dialekte in China sehr unterschiedlich seien und dass sie, obwohl die Distanz zwischen den beiden Städten nur ca. 200 km beträgt, die Leute in Wuxi nicht verstehen kann. Nun ja....
Die Halle ist sehr schön, sehr groß, warm und leider auch sehr leer. Kein Wunder bei den Ticketpreisen. Und richtig groß ist das Interesse in China an Frauenhandball auch nicht. Außerdem haben wir von Deutschen, die hier arbeiten, erfahren, gab es auch keine Werbung, so dass selbst diejenigen, welche vielleicht Interesse an der Veranstaltung haben könnten, nichts davon mitbekommen haben. Keine Werbung, nichts. Und die Preise schrecken natürlich auch den letzten Chinesen ab. Aber an dem einen oder anderen Tag bekamen wir doch Unterstützung von einigen Deutschen. |
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Straßenverkehr und Taxifahren sind schöne Themen hier in China. Überall gibt
es Elektroroller und -Fahrräder. Damit brausen die Chinesen bei Wind und Wetter durch die Stadt. Und Verkehrsregeln, nun ja, es gibt sie wohl. Es wird überholt,
die Spur gewechselt, abgebogen, alles mit viel Gehupe. Die Hupe ist somit das wichtigste Teil an einem Fahrzeug.
Wir sind jeden Tag auf´s Neue überrascht, dass wir so wenige Unfälle sehen.
Und einen Fehler darf man auf keinen Fall machen: Dem Taxifahrer sagen, dass
er wie Michael Schumacher fährt....dann gibt er nämlich erst richtig Gas.
Die wirksamste Regel als Beifahrer/Insasse: Relaxen, Augen zu machen und
nicht darüber nachdenken. Aber wie gesagt, bisher sind wir immer überall gut angekommen. |
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Unsere Tage in Wuxi beginnen üblicherweise mit einem ausgedehnten Frühstück. Es gibt alles, was das Herz oder der Magen begehrt, das chinesische Herz und der chinesische Magen natürlich.
Es findet sich auf dem Buffet gebratener Reis mit Meeresfrüchten (zum Glück so klein geschnitten, dass man nicht so richtig erkennen kann, um was es sich handelt und auch die Noppen der Tintenfischbeine erkennt man kaum), gebratene Nudeln mit Fleisch, Gemüse, Suppen, in Teewasser gekochte Eier und vieles mehr. Das Highlight sind aber sicher die gekochten Hühnerfüße, an die hat sich bisher keiner von uns heran getraut. Zum Glück gibt es aber auch Toast und abgepackte Erdbeermarmelade (aus Österreich!), dazu ein paar süße Dinge, die man gut essen kann, Spiegeleier und Omelette und frische Melone. Das ist wirklich eine feine Sache. |
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Am spielfreien Abend waren wir gemeinsam in einem Restaurant in der Nähe des Hotels. Die Speisekarte war auch in englischer Sprache erhältlich, bis auf eine der Bedienungen sprach aber keiner auch nur halbwegs diese Sprache. Wir bestellten also Hühnchen und Rindfleisch, so weit so gut. Didi wollte Schwein. Drei Bedienungen drängelten sich um unseren Tisch, schauten Didi mit großen Augen an und sagten immer wieder ungläubig: „It´s pork, it´s pork“! Didi nickte und sagte, dass es ok sei. Die Mädels dachten aber wohl, dass er sie nicht verstanden habe, auf jeden Fall sagte dann eine: „Pig, it´s pig!“. Wir haben bis heute nicht verstanden, warum sie das so betont haben. Vielleicht hielten sie Didi mit seinen blonden Haaren und dem Ziegenbart für einen Moslem? Den Lacher des Abends erzielte Didi bei den Mädels aber, als er Pfeffersoße für sein Schwein bestellte und sagte: „Pig Pepper“. Das fanden sie zum Kichern.
Als das Essen kam war Didi wieder derjenige, der als Erster herhalten musste. Der Kellner stellte den Teller samt Haube vor ihn, wies Didi aber zunächst an, seine Serviette vor den Bauch zu halten. Wir wunderten uns und es dauerte auch einen Moment, bis die Serviette dort war, wo der Kellner sich das vorstellte. Erst dann nahm er die Haube weg und wir wussten, warum er so vorging: Das Gericht war kochend heiß und brodelte vor sich hin. Die Serviette diente als Schutz gegen Spritzer auf der Kleidung. Als wir anderen unseren Teller bekamen, wussten wir schon, was wir zu tun hatten.
Später haben wir festgestellt, dass die Vorsichtsmaßnahme keineswegs nur für uns Ausländer galt. Auch die chinesischen Gäste wurden entsprechend angewiesen. Wieder etwas gelernt.
Das Essen war gut, die meisten von uns jedenfalls waren zufrieden, das chinesische Bier schmeckte halbwegs, auch wenn es fast warm war.
Sightseeing stand natürlich auch auf dem Programm. Am Montag fuhren wir mit Taxen ca. 50 km weit, vorbei am Tai-Hu-See zur Buddha-Tempelanlage Lingshan. Die Anlage ist sehr groß und hinter jedem Tor, durch das wir liefen, erschien eine neue Sehenswürdigkeit. Brunnen, Statuen, Tempel, buddhistische Gebetsstätten und ganz am Ende, ganz oben überblickte die 88m hohe Buddha-Statue (Foto rechts) die gesamte Anlage. Da wir wunderbares Wetter hatten, Sonne und 16 Grad, konnten wir den Tag wirklich genießen. |
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Ein weiterer Ausflug, dieses Mal in der Stadt selbst, führte uns zum Xihui-Park. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so schön, es war etwas kälter, diesiger, die Sonne fand den Weg nicht durch die Wolken, aber immerhin regnete es nicht. Wir konnten uns aber schon vorstellen, dass der Park im Sommer schon recht schön sein wird. |
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Einen Zoo beheimatet der Park auch, den haben wir uns dann natürlich auch angeschaut. Unter artgerechter Tierhaltung verstehen wir Europäer sicher etwas anderes.
Den angekündigten Elefant haben wir nicht gesehen, es gab aber Giraffen, Zebras, Bären, jede Menge Affen, Leoparden, Tiger und auch zwei weiße Tiger. Wunderschöne Tiere, aber die Käfige.....
Highlight des Zoos sind aber wohl die drei kleinen Pandas. Nicht zu verwechseln mit den „richtigen“ Panda-bären. Damit haben die niedlichen Tierchen gar nichts zu tun. Das Gehege entsprach aber auf jeden Fall unseren Standards.
Vielleicht finden wir ja noch heraus, ob diese Tiere hier in China eine besondere Bedeutung haben und dass sie deswegen optimal zu behandeln sind, wer weiß. |
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Ein weiteres Highlight war der Besuch eines Massagesalons. Den Tipp hatte Petra auf der Tribüne in der Halle von Deutschen erhalten, die schon eine Weile hier leben. Am Donnerstag Vormittag sind Petra, Michel und Sandra dann hin gefahren.
Für umgerechnet weniger als 20 Euro haben wir 40 Minuten Fußreflexzonen-massage und 60 Minuten Schulter/Nacken und Kopf oder Schulter/Nacken und Rückenmassage erhalten.
Tee gab es zudem gratis und wir haben schon das teurere Paket mit Jojobaöl gewählt.
Entspannung pur, wir sind wie neu aus dem Schuppen heraus gekommen, ein Traum. Wir sind wild entschlossen, auch in Yangzhou und Nanjing etwas für unseren Körper und unsere Seele zu tun.
Heute, Freitag, ist Reisetag und wir sitzen alle im Bus, der uns nach Yangzhou bringt. Coco, unsere Reise-leiterin, war mächtig erfreut, dass der Bus heute deutlich voller war als sonst. Wir haben nämlich noch drei andere deutsche Journalisten mit an Bord.
Viele Grüße von hier und bis bald mit weiteren Berichten und Bildern ... |
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